• Lana Zimmermann

Was tun gegen zu viel Stress?

Aktualisiert: Apr 22

Es gibt einige Möglichkeiten mit dem Hund an seinem Stresslevel zu arbeiten. Unter zu viel Stress lässt sich allerdings schlecht lernen, deshalb ist es vor allem bei einer großen Stressbelastung erst einmal notwendig, den Stress zu reduzieren.

Deswegen ist es auch so wichtig, einem Tierschutzhund im neuen Zuhause zunächst die Zeit zu geben anzukommen, bevor alle möglichen Situationen mit ihm trainiert/ausprobiert werden. Im Zweifel ist er gar nicht aufnahmefähig oder speichert die Eindrucke sogar als negativ ab, obwohl das natürlich nicht beabsichtigt wurde.


Möglichkeiten Stress zu reduzieren


Auslöser meiden:

Für eine Zeit kann es ratsam sein, die schlimmsten Auslöser zu meiden. Das reduziert beim Hund am ehesten Stress, aber ist natürlich keine Trainingsmethode, sondern eine Möglichkeit, den Hund in eine trainierbare Verfassung zu bringen.


Management:

Wenn man doch mal Auslösern begegnet, wird Management betrieben. Auch dies ist kein Training, sondern Stressreduktion und ein Weg, unerwünschtes Verhalten zu vermeiden. Der Hund wird abgelenkt oder eine Situationen wird abgebrochen bzw. weiträumig umgangen.


Rituale und Routinen:

Über Rituale und Routinen können wir Hunden sehr viel Sicherheit geben. Ein immer gleicher Ablauf ist zuverlässig und frei von bösen Überraschungen. Gerade bei Hunden die gerade erst angekommen sind, ist das hilfreich und wichtig. Dies bezieht sich vor allem auf die Tagestruktur, also immer zur gleichen Zeit Futter, Gassi etc.. Eine immer gleiche Gassirunde entlastet zusätzlich und ist am Anfang gold wert.


Positive Verstärkung:

Einen Hund für positives Verhalten zu loben und zu belohnen kann wahre Wunder wirken. Dies versetzt den Hund in eine gute Stimmung, gibt ihm das Gefühl etwas richtig gemacht zu haben und damit Orientierung. Hier liegt die Hauptaufgabe vom Menschen darin, den Hund zu beobachten und positives Verhalten zu markieren/zu benennen (mehr zum Marker folgt demnächst).

Das ist gar nicht so einfach, weil wir meist viel besser darin sind, negatives Verhalten zu bemerken, als die vielen positiven Kleinigkeiten. Max wird bei uns bspw. für fast jeden Blick zu uns belohnt. Das hat gleich mehrere Vorteile: Er steigert den Blickkontakt und zeigt ihn mittlerweile immer häufiger auch in Situationen, in denen er sonst „kopflos“ ist. Der Hund wird leichter steuerbar, denn wenn er mich anguckt, denkt er tatsächlich grad nicht an etwas anderes und ist für meine Signale zugänglicher. Der Blickkontakt versetzt den Hund auf diese Weise in eine positive Stimmung und das ist für einen gestressten Hund immer vorteilhaft.


Entspannungstraining:

Durch gezieltes Entspannungstraining kann man an der Stresstoleranz des Hundes und seiner Fähigkeit sich wieder zu entspannen arbeiten (mehr dazu nächste Woche).

© 2020 Lana Zimmermann

  • Hundeschule Ruhrpfoten Facebook