• Lana Zimmermann

Stress bei Hunden (Teil 2)

Aktualisiert: Apr 22

Woran erkenne ich denn, ob mein Hund Stress hat?


Zeichen von kurzzeitigem Stress


Hautveränderungen, nicht zur Ruhe kommen, gerötete Augen, Bellen, Schuppen, Durchfall, Urinieren, Ängstlichkeit, geringe Toleranz, Aufreiten, Gras fressen, Konzentrationsschwäche, Muskelverspannungen, Stressgesicht/Stresshecheln u.v.m.


Zeichen von langzeitigem Stress


Immunschwäche, stereotypes Verhalten, Ohren-/Augenentzündungen, monotones Bellen, Zerstörungswut, Zyklusstörungen, Ängstlichkeit, Schlaflosigkeit, Aggression, Apathie, Selbstverstümmelung, Allergien


Bei all diesen Anzeichen muss noch erwähnt werden, dass Verhalten immer kontextbezogen ist. So ist natürlich nicht jedes Bellen gleich ein Anzeichen für Stress. Wenn ich mir aber das Verhalten meines Hundes im Zusammenhang der gesamten Situation anschaue und überlege, welche Aspekte davon meinem Hund Stress/Angst machen könnten, dann kann ich die jeweiligen Anzeichen relativ gut deuten. Spätestens, wenn ich daran arbeite, die Situation für meinen Hund angenehmer zu gestalten, kann ich erkennen, ob bspw. das Bellen in diesen Momenten weniger wird und demnach mit Stress zu tun hat.


Übersprungsverhalten


Auch Übersprungsverhalten (wie Gähnen, Kratzen usw.) kann ein Zeichen von Stress sein. Ein Hund zeigt es aber auch, wenn er z.B. in einem Konflikt steckt, weil er sich zwischen zwei Verhaltensweisen nicht entscheiden kann. Übersprungsverhalten erkennt man daran, dass es in der Situation unpassend erscheint. Ein Beispiel: Ich trainiere mit Max einen neuen Trick und plötzlich gähnt er. Ich kann mir ziemlich sicher sein, dass er in diesem Moment nicht müde ist, da er gerade noch sehr aufmerksam bei der Sache war. Wahrscheinlicher ist, dass ich die Anforderungen zu schnell erhöht habe und Max grad nicht so recht weiß, was ich von ihm möchte. Er hat dann zwar nicht unbedingt Stress, aber steckt in dem Konflikt, dass er gern weiterarbeiten möchte, aber nicht versteht, was in grade von ihm will.


Übersprungsverhalten ist also nicht dramatisch für den Hund, wenn wir es erkennen und im Auge behalten. Sollte der Hund dieses Verhalten häufig hintereinander zeigen, wäre es besser, die Situation für ihn leichter/angenehmer zu gestalten.


Schütteln


Nach angespannten oder stressigen Ereignissen schütteln sich Hunde. Auch hieran können wir erkennen, welche Situationen vielleicht belastend sein könnten. Ich lobe Max, wenn er sich nach einer stressigen Situation schüttelt, weil das bedeutet, dass er bereit ist, sich wieder ein wenig zu entspannen – dieses Verhalten kann er gern öfter zeigen!

© 2020 Lana Zimmermann

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