• Lana Zimmermann

Stress bei Hunden (Teil 1)

Aktualisiert: Apr 22

Früher hat man beim Thema Stress zwischen Eustress und Dysstress unterschieden und meinte damit guten bzw. schädlichen Stress. Heutzutage wird in der Literatur eher zwischen kontrollierbarem und unkontrollierbarem Stress differenziert. Während Hunde und Menschen ersteren als positiven Stress wahrnehmen, an dem sie wachsen und sich weiterentwickeln können, führt der unkontrollierbare Stress zu negativen Gefühlen wie Ohnmacht und Hilflosigkeit. Dieser Stress ist schädlich und kann krank machen.


Verschiedene Stressoren


Bei Hunden kann man zwischen soziologischen, psychologischen und physiologischen Stressauslösern unterscheiden, die jeweils verschiedene Situationen, Objekte und Vorgänge beinhalten.


Soziologische Stressoren:

schlechte Sozialisierung, Veränderung der Umwelt, schlechter Kontakt mit Hunden und/oder Menschen, keinen Sozialkontakt, Strafe, Druck


Psychologische Stressoren:

Angst, Unsicherheit, unerfüllte Erwartungen, nicht erfüllte Grundbedürfnisse, Liebes- und Vertrauensentzug, Gewalt und Zwang in der Erziehung, Erwartungsunsicherheit, erlernte Hilflosigkeit


Physiologische Stressoren:

Hunger, Durst, falsche Ernährung, Krankheit, Schmerz, Kälte oder Hitze, zu wenig Schlaf und Ruhe, zu wenig oder zu viel Bewegung, die falsche Bewegung, Medikamente


Nicht alle Hunde reagieren auf all diese Dinge gleichermaßen mit Stress. Hunde sind sehr anpassungsfähig, d.h. wenn sie an etwas gewöhnt sind, können sie mühelos damit umgehen, ohne ständig Stress zu empfinden.


Was passiert im Körper bei Stress?


Wenn ein Hund nun einen Stressor wahrnimmt, werden in kürzester Zeit verschiedene Hormone ausgeschüttet, die wiederum zu körperlichen Reaktionen führen. Zu den Stresshormonen gehören bspw. Adrenalin und Cortisol. Infolge dieser Hormonausschüttung kommt es u.a. zu einer Steigerung des Herzschlags, Erhöhung des Blutdrucks, verstärkter Schweißproduktion. Nach ca. 20 Minuten beginnt der Körper wieder mit dem Abbau der Hormone, allerdings ist der Hormonpegel erst nach ein bis zwei Tagen wieder in seinem Normalzustand. Vor allem das Cortisol wird langsamer abgebaut.


Gerade der letzte Punkt ist für den Alltag mit einem (Tierschutz)Hund enorm wichtig, denn wir haben eine stressige Situation vielleicht schnell wieder vergessen, aber der Körper braucht seine Zeit um sich zu regenerieren! Ein Hund kann also noch ein bis zwei Tage später angespannt, leicht erregbar oder angeschlagen sein.

© 2020 Lana Zimmermann

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